Zwischen September 2013 und April 2015 führte ADEDE eine großräumige archäologische Ausgrabung für Artes Depret in Wervik in Belgien durch.

Der Grund für diese Ausgrabung ist die Ausweitung des Flusses Leie in Gebieten im Stadtzentrum und der Bau einer neuen Brücke, die Wervik mit Frankreich verbindet. Die Arbeiten in Wervik sind Teil eines großen Binnenwasserstraßenprojektes, das die Ästuare der Schelde und der Seine verbinden soll. Dazu müssen ein neuer, 106km langer Kanal ausgegraben, Schleusen gebaut und bestehende Brücken angepasst bzw. ersetzt werden, damit größere Schiffe passieren können. Das Projekt ist bekannt unter dem Namen Canal Seine-Nord Europe.

ADEDE unternahm Georadar Messungen, Testgräben und intrusive Untersuchungen um eine archäologische Einschätzung des Projektgebietes zu gewinnen. Dies führte zu der Ausgrabung eines Gebietes östlich der Brugstraat in Wervik. In Anbetracht der Tatsache, dass in diesem Gebiet das Risiko bestand, auf Blindgänger aus dem I. Und II. WK zu stoßen, wurde im Vorfeld der Ausgrabung und Baggerarbeiten eine Kampfmitteluntersuchung der Leie durchgeführt. Alle nachfolgenden Arbeiten wurden von unseren Archäologen geleitet, die immer ein Auge offen hatten, sowohl für Kulturgüter als auch für Blindgänger.

houten afvoer onder gemetste afvoer in steegje

Ein Abschnitt, der einen hölzernen Abfluss unter einem Abfluss aus Backstein zeigt. Dies deutet darauf hin, dass die Bodenhöhe im 17.-18. Jahrhundert angehoben wurde.

kalkoven

Das Fundament eines alten Kalkofens, am Ufer der Leie

ingang schuilbunker WO2

Eingang eines Luftschutzbunkers aus dem II. WK.

Das Projekt enthüllte einige interessante Phasen in Werviks Entwicklung seit dem Spätmittelalter. Umrisse der ursprünglichen Ziegelgebäude zeigen die Entwicklung von geradliniger Bauplanung ab dem 15. Jahrhundert. Das Fundament eines Kalkofens, das nahe des Flussufers gefunden wurde, zeugt von der industriellen Vergangenheit der Stadt, wohingegen die Ausstattung einer alten Gasse mit zwei Abflussystemen übereinander – eines aus Holz und eines aus Backstein – andeutet, dass der Boden angehoben wurde und die Leie frühzeitig für ein Abflusssystem genutzt wurde. Wir fanden relativ wenig im Hinblick auf Blindgänger oder Kampfmittelrückstände. In der Nähe des Ufers fanden wir ein paar Gewehre, Gewehrmunition und Benzinkanister, praktisch an der Oberfläche. Außerdem stießen wir auf die Eingangstreppe zu einem Luftschutzbunker aus dem II. WK. Durch die archäologische Untersuchung gelang es uns, Werviks Geschichte zu finden, zu identifizieren, zu analysieren, aufzuzeichnen und zu bewahren, bevor sie der Zukunft zum Opfer fällt.

Georadar (GPR)

Das Georadar (GPR von Englisch: Ground Penetrating Radar) sendet Radiowellen in den Boden, die von Objekten bzw. Strukturen im Boden reflektiert werden.


Gepanzerter bagger mit druckfester Kabine

Unsere Bagger sind darauf ausgelegt, den Fahrer vor Explosionen zu schützen.


AUV

Das Autonome Unterwasser Vehikel ist ein Roboter, der Side Scan Sonar und Multi Beam Sonar mitführt und mit einem schleppbaren Magnetometer ausgerüstet werden kann.


Marines magnetometer

Dieses (von Schiffen) schleppbare Magnetometersystem detektiert ferromagnetische Anomalien auf und unter dem Meeresboden.